| Yared Dibaba - Alles andere als platt… |
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Der Heimatbund Hermannsburg hatte zu einem unterhaltsamen Abend mit dem bekannten Moderator und Schauspieler Yared Dibaba eingeladen, und rund 200 Zuschauer ließen sich die Gelegenheit nicht entgehen, diesen sympathischen Botschafter für die plattdeutsche Sprache einmal live zu erleben.
Beim Grillen sei die Idee entstanden Dibaba nach Hermannsburg einzuladen, berichtete Heinrich Bammann bei seinen einleitenden Worten am 25.03.2011 im Hotel Heidehof in Hermannsburg. Wie sich damals im Gespräch herausstellte, hatten etliche seiner Freunde und Bekannte in der Vergangenheit Beziehungen zu Dibaba und dessen Eltern. Nach ihrer Flucht vor den Bürgerkriegswirren in Äthiopien war Hermannsburg nämlich deren erste Station in Deutschland bevor sich die Familie später in der Nähe von Oldenburg niederließ.
In seiner Eigenschaft als Leiter des Heimatkundlichen Arbeitskreises im Heimatbund Hermannsburg machte sich Bammann an die Arbeit, seine Idee in die Tat umzusetzen. Er nahm mit Yared Dibaba Kontakt auf und konnte ihn schließlich davon überzeugen, Hermannsburg zu besuchen und aus seinen Büchern vorzutragen.
Und dies tat Dibaba mit der ihm eigenen herzlichen und sympathischen Art, die die Zuhörer von Anfang an für ihn einnahm. Im ersten Teil der Veranstaltung trug er einige „Geschichten aus dem wahren Leben" vor, die auch in seinem Buch „Platt is mien Welt" zu finden sind. Erfreulicherweise las er die Texte weniger, als dass er die Geschichten frei erzählte – natürlich „op Platt". Das Publikum amüsierte sich königlich über die Begebenheit aus „De Imbiss an de Eck" oder der Idee einer „Lot-mol-Gebühr", bei der ein Künstler dann Tantiemen erhält, wenn seine (schlechte) Musik eben nicht gespielt wird. Wie im Flug verging die Zeit mit dem „Entwicklungshelfer in Sachen Plattdeutsch", wie Dibaba sich mit einem Augenzwinkern bezeichnete.
Um auch diejenigen anzusprechen, die des Plattdeutschen nicht oder nur wenig mächtig sind, war der zweite Teil des Abends in Hochdeutsch gehalten. Hier berichtete Dibaba über seine Reisen in die ganze Welt, um dort plattdeutsch sprechende Menschen zu treffen. Diese Aktion im Auftrag des NDR führte ihn tatsächlich um den ganzen Globus, denn auch in China, Australien und sogar in Sibirien finden sich noch Regionen, in denen Plattdeutsch gesprochen wird. Dass er während dieser Phase kurz den Faden verlor und nicht recht wusste, wie er fortfahren sollte, nahm ihm niemand im Publikum übel, fügte es doch dem zuvor schon so angenehmen und positiven Eindruck von Dibaba noch eine weitere menschliche Seite hinzu. „Helft mir." bat Dibaba und Anwesende aus dem Publikum ließen sich die Gelegenheit nicht nehmen, Fragen zu stellen und ihn so wie von selbst in sicheres Fahrwasser zurückzuführen.
Aber nicht nur für die Hermannsburger war dies ein ungewöhnlicher Abend. Heinrich Bammann hatte nämlich die Eltern von Yared Dibaba überzeugen können, dieser Veranstaltung beizuwohnen, etwas, das bisher noch nie geschehen war. Insbesondere seiner Mutter war die Freude über den Auftritt ihres Sohnes deutlich anzumerken.
Viel zu schnell verging die Zeit und nicht wenige Anwesende hoffen auf eine Wiederholung eines solchen Abends. Es gibt sicher noch mehr zu berichten, denn platt ist Dibabas Welt ganz sicher nicht.
Johannes Paetsch |



